Alles auf einen Blick

1.
Der sichere Weg durch das Labyrinth deutscher Sätze
  • Lassen Sie zusammen, was zusammengehört.
  • Bemühen Sie sich dort, wo das nicht möglich ist, um die geringste Nähe zwischen allem, was schon aus Gründen der Verständlichkeit nicht zu weit voneinander getrennt werden darf.
  • Möglichst nah zusammen gehören:
    1. Artikel und Substantiv, 2. Subjekt und Prädikat, 3. die beiden Hälften des Verbs.

2. Hauptsätze, Hauptsätze, Hauptsätze!

  • Schreiben Sie überwiegend in Hauptsätzen.
  • Ersetzen Sie wenigstens (!) zwei Drittel Ihrer Nebensätze durch Hauptsätze.
  • Setzen Sie zwischen zwei Hauptsätzen statt eines Punkts auch mal ein Komma, ein Semikolon, einen Doppelpunkt, einen Gedankenstrich oder ein Fragezeichen.
  • Alle Arten von Nebensätzen lassen sich in Hauptsätze umformen.
  • Hauptsätze sollten stets Ihre erste Wahl sein!

3. Nebensätze anhängen hinten ist viel erlaubt!

  • Nebensätze sind willkommen, wenn sie den Hauptsatz erläutern.
  • Der typische, schlechthin erwünschte Platz des Nebensatzes ist hinten.
  • Wenn sie kurz sind und die Übersicht nicht stören, können auch mehrere Nebensätze problemlos hinten angehängt werden.

4. Hauptsachen in Hauptsätze! Nebensachen in Nebensätze!

  • Hauptsachen gehören in Hauptsätze, Nebensachen in Nebensätze.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Nebensätze keine Hauptsachen transportieren oder sogar verstecken.

5. Das Problem der Satzlänge (I): Machen Sie kürzere Sätze!

  • Machen Sie Ihre Sätze grundsätzlich kürzer, als Sie es zu tun gewohnt sind.
  • Kurze Sätze sind verständlicher und lesen sich angenehmer als lange Sätze
    – zumal, wenn sie verschachtelt sind.
  • Häufen Sie allzu viele kurze Sätze aber nicht unüberlegt und endlos hintereinander.
  • Achten Sie auf eine überlegte Zeichensetzung zwischen kurzen Sätzen.

6. Das Problem der Satzlänge (II): Jagen Sie Sätze durch das Zeitfenster!

  • Wichtiger als die bloße Anzahl der Wörter pro Satz ist der konsequent verständliche Satzbau.
  • Auf die Länge eines Satzes kommt es letztlich nicht an
    – worauf es wirklich und immer (!) ankommt, das ist die 3-Sekunden-Regel!
  • 12 Silben bzw. 6-9 Wörter sind der Durchschnittswert für das, was man in 3 Sekunden liest.
  • Jede Unterbrechung darf nur so lang sein, dass man sie in 3 Sekunden lesen kann.
  • Jeder eingeschobene Nebensatz sollte nicht länger als 12 Silben bzw. 6-9 Wörter sein.
  • Alle Einschübe, die die 3-Sekunden-Regel nicht einhalten, sollten Sie kürzen oder – noch besser: beseitigen.
  • Vorangestellte Nebensätze sind legitim, sollten aber die Ausnahme bleiben und ebenfalls die 3-Sekunden-Grenze nicht überschreiten (z.B. ob- und dass-Sätze).
  • Machen Sie die 3-Sekunden-Regel zu ihrem Heiligen Schreibgesetz!
    Und merken Sie sich unbedingt folgende Reihe:
    12, 9, 3: maximal 12 Silben, maximal 9 Wörter, maximal 3 Sekunden!

7. Das Problem der Satzkonstruktion (I): Klammern Sie die Umklammerung aus!

  • Wenn Sie es können, dann überlisten Sie das Umklammerungsgesetz.
  • Ziehen Sie die beiden Hälften des Verbs so nahe zusammen, wie es geht.
  • Vermeiden Sie überdehnte Verklammern. 
  • Beherzigen Sie auch hier die 3-Sekunden-Regel immer.
  • Prüfen Sie, ob Sie das zu trennende Verb durch ein unzertrennliches ersetzen können.
  • Nehmen Sie möglichst viele Umstandsangaben aus der Verbklammer heraus und schieben Sie sie ans Ende des Satzes.
  • Nutzen Sie mutig die Chance, die zweite Hälfte des Verbs nach vorne zu ziehen, vor das Objekt und die Umstandsangaben.

8. Das Problem der Satzkonstruktion (II): Ihr größter Hauptfeind, der Schachtelsatz!

  • Hüten Sie sich vor Satzgirlanden – in Ihrem Text wirken die nämlich wenig feierlich.
  • Eine Schachtel in der Schachtel in der Schachtel in der Schachtel... sollten Sie meiden wie die Pest.
  • Häufen Sie keine Hauptwörter, Präpositionen oder Halbsätze, die mit "dass" beginnen.
  • Ausnahmslos jeder Schachtelsatz muss entwirrt, zerschlagen, gesprengt und notfalls getötet werden. Kompromisslos!
  • An die Stelle von Schachtelsätzen gehören einfache, linear und klar gebaute Sätze.
  • Schreiben Sie geradeaus. Verknoten Sie Ihre Gedanken nicht. Hüpfen Sie nicht hin und her. Laufen Sie.
  • Befolgen Sie dazu die Regeln 1 bis 7.

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