1. Der sichere Weg durch das Labyrinth deutscher Sätze

Die deutschen Satzbaupläne sind unendlich viel verwickelter als die des Englischen etwa oder aller romanischen Sprachen – das kann in sprachlicher, insbesondere in sprachstilistischer Hinsicht ein Segen sein, aber auch ein Fluch! Die wenigsten, die schreiben wollen oder müssen, haben indes jene Messzahlen an der Hand, die die Lesbarkeits- und die psychologische Verständlichkeitsforschung zur Verfügung gestellt haben. Diese Zahlen ermöglichen es, sich bei der immer notwendigen Zertrümmerung von Schachtelsätzen nicht auf Geschmack und/oder Gefühl verlassen zu müssen, sondern jene Grenzpfähle einzurammen, zwischen denen Geschmack, Gefühl und Stil sich bewegen dürfen, wenn man Texte schreiben will, die sich ohne Mühe und mit viel Vergnügen lesen lassen. Dazu muss man sie auch hin und wieder überlisten, die verwünschte deutsche Syntax.

Um das zu schaffen, müssen Sie sich schon jetzt folgende Grundregel merken: Lassen Sie zusammen, was zusammengehört! Freilich ist das nicht immer möglich, und mitnichten ist es immer und ohne Ausnahme erwünscht. Sie sollten sich aber trotzdem stets um die geringste Nähe bemühen zwischen allem, was schon aus Gründen der Verständlichkeit nicht zu weit voneinander getrennt werden darf. Möglichst nah zusammen gehören:

1. Artikel und Substantiv,
2. Subjekt und Prädikat,
3. die beiden Hälften des Verbs.

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