3. Setzen Sie Zeichen!

Die Zeichensetzung muss korrekt sein – da hilft alles nichts! Wenn Sie immer noch dazu neigen, Ihre Kommata nur nach Gefühl zu setzen, sollten Sie es nicht mehr länger aufschieben, sich einmal systematisch und möglichst eingehend mit den Grundzügen deutscher Zeichensetzung vertraut zu machen. Grauenvoll, kein Frage, aber es muss sein!

Die Zeichensetzung ist nämlich nicht nur eine Frage der Grammatik: Sie können mit der Zeichensetzung im wahrsten Sinne des Wortes "Zeichen setzen" - für einen guten Stil, und um Ihren Text attraktiv und verständlich zu machen. Mehr noch: Sie können Informationen verbinden, Aussagen kräftigen und Interesse wecken. Es scheint ein weit verbreitetes Vorurteil zu sein, dass uns beim Schreiben nur Punkt und Komma zur Verfügung ständen – und dem muss Abhilfe geleistet werden. Unbedingt.

Wir haben 7 Satzzeichen, und wenn Sie einmal darüber nachdenken, ist das ein erschreckend dürftiger Vorrat für jeden, der nur durch Schrift eine Vorstellung davon vermitteln möchte, was unsere Stimme alles zum Ausdruck bringen kann: Wir sprechen lauter oder leiser, langsamer oder schneller, mit Hebungen und Senkungen, mit Seufzern und Kunstpausen, mit Wut im Bauch oder einem Lachen auf den Lippen – und um diese ganze Sprechmusik ins Schriftbild zu übertragen, steht uns ein im Vergleich dazu nur recht begrenztes Instrumentarium von Satzzeichen zur Verfügung. Gerade deshalb sollte man es wenigstens vollständig nutzen: Punkt, Komma, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Doppelpunkt, Semikolon und Gedankenstrich. Jedes dieser sieben Satzzeichen kann, richtig gesetzt (!), eine Lesehilfe und wahre Erleichterung sein.

Bevor wir aber zu den "gut gesetzten" Satzzeichen kommen, sei vorausgeschickt, dass es auch unter den Satzzeichen solche gibt, die man hin und wieder zwar auf jeden Fall, grundsätzlich aber auch mit großer Vorsicht einsetzen sollte:

  • Ausrufezeichen! Wer zu oft einen Tusch macht, dem hört man irgendwann nicht mehr zu. Das ist wie mit dem Superlativ, Sie erinnern sich? Seien Sie mit dem Ausrufezeichen sparsam, sonst nutzt es sich ab.
     

  • Drei Punkte... Drei Punkte sind beim Fußball immer gut, in einem Satz selten... Am Satzende lassen drei Punkte die Aussage nachhallen, einmal wirkt das, dauernd nervt es.
     

  • (Klammern) Zwischen Klammern lauert (wie das zwischen Kommata auch der Fall sein kann) die Gefahr umständlicher Schachtelsätze. Schreiben Sie, wenn es geht, Klammern nur am Satzende (als Erläuterung oder Aufzählung).
     

  • – Zwei Bindestriche – Für zwei Bindestriche gilt – wie für zwei Klammern – das gleiche. Mehr noch: zwei Bindestriche haben nämlich zusätzlich den Nachteil, dass sie nicht am Satzende stehen können, daher sollten Sie auf zwei Bindestriche so gut wie immer verzichten.

Wirksame Zeichen können Sie mit den folgenden Satzzeichen setzen. Sie kennen jedes, aber Sie nutzen wahrscheinlich keines so häufig wie das Komma oder den Punkt – und das ist ganz fatal! Nutzen Sie unbedingt

  • den Gedankenstrich – denn er schafft Aufmerksamkeit und eine spannungsreiche Verbindung zwischen zwei Sätzen oder Aussagen.
     

  • den Doppelpunkt: Er schafft nicht nur Aufmerksamkeit, verbindet nicht nur, wenn eine Aufzählung folgt, sondern er signalisiert auch, dass der Satz vor ihm eine kleine Spannung aufbaut, die der Satz nach ihm auflösen wird. Wie könnte man dynamischer schreiben? Der Doppelpunkt, darin sind sich die meisten Stillehrer einig, sollte sogar in jedem Absatz seinen Auftritt haben!
     

  • das Fragezeichen? Nein, das ist durchaus keine Frage! Das Fragezeichen unterstreicht eine Frage, und es spricht überhaupt nichts gegen ein Fragzeichen am Ende einer rhetorischen oder indirekten Frage. Deshalb frage ich Sie ganz ernsthaft, ob Sie das nicht auch für sinnvoll halten?
     

  • das Semikolon; es ist stärker als das Komma, schwächer als der Punkt und verbindet ähnliche Aussagen; vor allem hält es die Stimme in der Schwebe. Bevor Sie einen Punkt machen, denken Sie an Ihren nächsten Satz – und überlegen Sie, ob es nicht sinnvoller wäre, ein Semikolon zu setzen?

Die Faustregel für den Umgang mit allen 7 Satzzeichen lautet: Wer nicht auf jeder DinA4-Seite jedes dieser Zeichen mindestens einmal verwendet, hat Spannung und Melodie verschenkt. Also etwas falsch gemacht!
 

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